Die  innere  Entwicklung  der  Schule

Die Entwicklung der Pädagogik von der Gründung der Schule bis in die Gegenwart lässt sich nicht so augenfällig dokumentieren, wie es bei der allmählichen Entstehung der Baugestalt möglich ist.

Es würde unserer Auffassung von Pädagogik auch widersprechen, periodisch neue Konzepte zu ersinnen und auf die Kinder anzuwenden. Der Wandel ist ein stetiger und er findet meist unauffällig in der immer wieder neu zu greifenden Gestaltung der Unterrichte statt.

 Einige Veränderungen sind aber durchaus sicht- und darstellbar.

In den ersten 20 Jahren der Schule war der Bedarf einer Betreuung der Kinder nach Ende des Unterrichts noch gering. Eine Elterninitiative betreute die „Wartestunde“, in der die jüngeren Geschwister sich aufhalten konnten, bis sie gemeinsam mit den älteren abgeholt wurden. Erst in den 90er-Jahren war die Frage nach weitergehender Betreuung der Kinder so stark geworden, dass die Gründung eines Hortes pädagogisch sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar war.

Die immer stärkere Durchdringung des beruflichen und privaten Alltags mit der Nutzung des Computers führte zur Einführung des Unterrichtsfachs Informatik, in dem die Schüler die Grundprinzipien der Hardware und des Programmierens kennen lernen. Die sachgerechte Nutzung der modernen Informationstechnologien ist Gegenstand anderer Unterrichte.

Während des Aufbaus der Zweizügigkeit arbeitete die „Oberstufenkommission“, eine Delegation aus Eltern und Lehrern, an der Frage nach einer zeitgemäßen Pädagogik im dritten Lebensjahrsiebt. Auf diese Arbeit geht die Einführung der drei großen Praktika und der Jahresarbeiten in der 12. Klasse zurück. Auch die Gedanken, die zu den Eigenbeurteilungen der Schüler in den 11. Klassen und zu den Praktika in den naturwissenschaftlichen Fächern führten, haben dort ihren Ursprung.

In den Strukturen der Schule vollzieht sich ebenfalls ein stetiger Wandel.

Die Zweizügigkeit an sich stellte alle Mitglieder der Schulgemeinschaft vor die Herausforderung, soziales Leben bewusster zu ergreifen. In der einzügigen Schule kannte fast Jeder Jeden, die Schule war überschaubar. Kommunikationsprozesse müssen heute gestaltet werden, die verschiedenen Aufgabenfelder im Schulorganismus bedürfen einer klaren Strukturierung. Die Einführung unseres Managementsystems „Wege zur Qualität“ 2004 war die notwendige Antwort auf diese Fragestellungen.

Auch die Form der Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern hat sich gewandelt. Ort des klassenübergreifenden Austauschs war bis 2007 der Elternrat. Kristallisierte sich dort ein Thema heraus, das einer gemeinsamen Beschlussfassung bedurfte, so wurde „projektbezogen“ zu einer Eltern-Lehrer-Konferenz eingeladen. Heute ist der Schulrat, der paritätisch mit Eltern und Lehrern besetzt ist, Ort gemeinsamer Entscheidungen.